Chronik

100 Jahre Gartenbauverein Krefeld-Inrath e.V.

eine Vereinschronik von der Gründung bis heute
Man schreibt das Jahr 1916. Der Krieg, den man später den 1.Weltkrieg nannte, dauert nun schon 2 Jahre. Kriegsgeschehen und Seeblockade zeigen inzwischen ihre Wirkung – die Nahrungsmittel werden immer knapper. Glücklich diejenigen, die in dieser schweren Zeit ein Stück Land bewirtschaften und den Küchenzettel mit selbstgezogenen Kartoffeln, mit Bohnen, Rotkohl, Weißkohl und Blumenkohl und vielleicht sogar mit etwas Obst bereichern können.
Ein kleines Häufchen solch „glücklicher“ lnrather gab es damals. Weit verstreut und an den verschiedensten Stellen am damaligen Inrath hatten sie ihre Gärten: jeder für sich und ganz ohne Verein oder irgendeinen nach außen erkennbaren Zusammenhalt. Sie schreberten aus Lust und Liebe zur Natur und in den Kriegsjahren auch gewiss, um der anhaltenden Nahrungsmittelknappheit für den eigenen Bereich entgegenzuwirken. Gesunder Selbsterhaltungstrieb und gutes Gespür für das Machbare brachte diese Kleingärtner, achtundzwanzig an der Zahl, am 28. August 1916 in der damaligen Gaststätte „Ohrhausen“, Inrather Straße 544, zusammen, mit dem Ziel, künftig ihre Interessen gemeinsam und damit wirkungsvoller zu vertreten.

Sie gründeten an diesem Tag eine Gemeinschaft unter dem Namen “Garten und Obstbauverein zu Inrath“.

Unser Verein war geboren.

Schon bald nach der Gründung schloß man sich -im Jahre 1918- dem damaligen Interessenverband der Landwirtschaftskammer Bonn an. Überwiegend bedingt durch die große räumliche Trennung war man jedoch auf sich allein gestellt. Nachkriegswirren, Besatzung und Inflation machten die Situation nicht einfacher – dies in einer Zeit, in der die Kleingartenidee sich stark durchsetzte und sich immer mehr Garteninhaber und Interessierte zu Vereinen zusammenschlossen. Zur Wahrung der Interessen dieser Vereine wurde die Einrichtung von ortsnahen Dachverbänden dringend notwendig. Für unseren Bereich konstituierte sich 1920 der Kreisverband der Garten- und Obstbauvereine von Crefeld-Stadt und Land, an dessen Gründung unser Verein maßgeblich beteiligt war.

Die Bemühungen des Vereines, ein kompaktes und zusammenhängendes Gelände aufzubauen, wurden von der Stadt Krefeld unterstützt. Im Juli 1920 verpachtete sie uns 6 Morgen Land aus früherem Gries’schen und Kaiser´schen Besitz, bestehend aus Wiese, Wald und Sumpfgelände. Hinzu kam 1921 ein Geländestreifen neben den Häusern Inrather Straße 577 und 585. Das Kernstück des Gartengeländes verdichtete sich.

Wie überall in den Jahren, war inzwischen auch bei unserem Verein ein überaus starker Zulauf an Mitgliedern zu verzeichnen – alle wollten in den Notzeiten der Nachkriegsjahre einen Garten haben. Von den Landwirten Schmitz und Binger konnten etwa 10 Morgen Land am Flünnertzdyk gepachtet, in Parzellen aufgeteilt und den Bewerbern übergeben werden. Man stelle sich jedoch nicht vor, dass dieses Land sofort voll bewirtschaftet werden konnte. Als Ausläufer des Hülser Bruches musste es teilweise erst gerodet und für kleingärtnerische Zwecke urbar gemacht werden. Vier Jahre nach der Vereinsgründung, also 1920, erstreckte sich das Vereinsgelände entlang der Inrather Straße und unter Einbeziehung des Flünnertzdyk in südlicher Richtung bis an die Ausläufer des damaligen Stadtkernes – ein Mammutgebilde mit vielen Geländeteilen und Einzelparzellen, dessen Größe jeden Vorstand auf Dauer aufreiben musste und die angestrebte Gemeinschaft nicht oder nur sehr schwer zur Entfaltung kommen ließ. Zwangsläufig kam es zu Geländebereinigungen und Abgabe von Geländeteilen unter gleichzeitiger Gründung von selbständigen Vereinen. So wurde der am südlichsten gelegene Teil des Geländes am 2. August 1920 an den Verein Krefeld-Nord und am 15. August 1921 der nächstsüdliche Teil an den gleichzeitig gegründeten Verein Krefeld-Mitte abgegeben. Ein gesunder Schrumpfungsprozess war damit erfolgreich zum Abschluss gebracht worden

Erstmals hatte unser Verein ein kompaktes und in sich geschlossenes Gelände unter dem Spaten. Die im östlichen Teil des Geländes ihre Gärten bewirtschaftenden Kleingärtner hatten jedoch nicht lange Freude an ihren neuen Parzellen. Mehrere Jahre mit überaus starken Regenfällen ließen 1923/1924 den Grundwasserspiegel immer mehr ansteigen, so dass eine Katastrophe über die Kleingärtner hereinbrach. Die mühsam geschaffenen Kulturflächen standen unter Wasser und verwandelten sich nach und nach in Sumpf. Gegen solche Naturgewalten war einfach kein Kraut gewachsen. Ein Gartenfreund nach dem anderen resignierte und gab auf. Das bewirtschaftbare Gelände war bis auf zehn Gärten zusammengeschmolzen.

Dennoch ließ man sich nicht unterkriegen. Ein kleines Häufchen unentwegter Vereinsmitglieder fand sich zusammen und setzte sich zum Ziel, das versumpfte Gelände wieder trockenzulegen. Dem damaligen Oberbürgermester der Stadt Krefeld, Dr. Johannsen, kam dieser Plan sehr entgegen. Er selbst hatte die noch heute faszinierende Vorstellung, ganz Krefeld in einen Grüngürtel einzubetten und bestehende bzw. noch zu schaffende Kleingartenanlagen darin einzubeziehen.

Mutig ging es an’s Werk. Mit Hilfe eines von der Stadt Krefeld zur Verfügung gestellten Pferdefuhrwerkes wurden vom alten Müllberg im Westparkgelände in mühevoller Kleinarbeit Karre für Karre Erde zum überfluteten Gelände gefahren. Als dann gegenüber dem Gartengelände die Häuser an der Inrather Straße gebaut wurden, konnte mit einem wiederum freundlicherweise von der Stadt Krefeld bereitgestellten Feldbahngleis und einigen Kippwagen der gesamte anfallende Mutterboden abgefahren und für die Trockenlegung verwendet werden. Immer noch reichte die angefahrende Erde längst nicht aus, so dass von dem inzwischen am Flünnertzdyk entstandenen Müllberg Kippasche abgetragen und verwendet wurde. Nach jahrelangen intensiven Bemühungen war das Gelände 1930 wieder trocken und bewirtschaftbar. Das Anfahren von Mutterboden und Kippasche wurde dann endgültig im darauffolgenden Jahr abgeschlossen. Rund 20.000 cbm Erde wurden damals benötigt, um das versumpfte Gelände etwa 50 cm höher zu legen – eine mit einfachsten Mitteln erbrachte Leistung der damaligen Vereinspioniere, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Wer heute in seinem Garten etwas tiefer buddelt, stößt noch allerorten auf die Zeugen der Vergangenheit. Prozellanscherben, alte Glasflaschen, verrostete und verrottete Eisen- und Blechteile und ähnliche Antiquitäten, die damals aus dem Müllberg mit abgefahren wurden, lassen sich bergeweise finden.

Inzwischen hatte der Verein eine Namensänderung in: Gartenbauverein Crefeld-Inrath

vorgenommen und sich erstmals mit Beurkundung vom 19.09.1924 in das Vereinsregister eintragen lassen – fortan trägt der Verein den Zusatz e.V.: eingetragener Verein.

In den Jahren der Trockenlegung des Geländes wurde gleichzeitig mit dem Bau eines bescheidenen Vereinsheimes begonnen, das 1931 fertiggestellt werden konnte. Gleichfalls im Jahre 1931 wurde am Flünnertzdyk noch ein Stück Ackerland hinzugepachtet und in Gärten verwandelt. Zu dieser Zeit verlief das Gelände hart von der Inrather Straße bis zur damals noch kleinen Mülldeponie, im Süden begrenzt durch den Flünnertzdyk und im Norden etwa entlang unseres heutigen Verbindungsweges Alt-Neugelände – ausgenommen die Binger’schen und Koenen` schen

Wiesengrundstücke, die erst 1948 durch Zwangsverpachtung unserem Gelände zugeschrieben wurden. Das ständige Wachsen unseres Geländes in allen Phasen aufzuführen, würde zu weit führen und den Rahmen dieser kurzen Chronik sprengen.

Im Jahre 1934 wurden unser Verein und die Vereine Immenhof, Weyerhof und Inrath-Mitte zu einem Mammutverein zusammengeschlossen – eine unangenehme und politische Zeiterscheinung, die nur bis 1945 Bierauslieferung am Inrath um 1900 andauern sollte.
Aus dieser Zeit gibt es kaum etwas zu berichten, das der Nachtwelt erhalten bleiben müsste. Die Eigenständigkeit war verloren, alles war uniform und spielte sich in einem Gepräge ab, das keine Selbstentfaltung zuließ. In den Bombennächten der Kriegsjahre wurden viele Gartenlauben und auch das Vereinsheim ein Raub der Flammen. Die Erde wurde aufgewühlt. Phosphorbomben verseuchten viele Obstgehölze auf Jahre hinaus.

Gleich nach Beendigung des Krieges erfolgte die Entflechtung des damals gebildeten Mammutvereins – wir wurden wieder selbständig. Laut Anordnung der Militärregierung wurden kommissarische Vereinsvorsitzende ernannt. Dies geschah für unseren Verein mit Schreiben der Stadt Krefeld vom 17. August 1945. Der langjährige 1. Vorsitzende Peter Müllers wurde in seinem Amt bestätigt. Er leitete nun weiter die Geschicke des Vereines.

Wieder selbständig, gingen die Daheimgebliebenen und die nach und nach aus dem Krieg und Gefangenschaft zurückkehrenden Gartenfreude mit Verbissenheit und unermüdlichem Eifer daran und 25 Jahre späteraus dem durch Bombeneinwirkung verwüsteten Land und den zertrümmerten Lauben wieder einigermaßen ansehnliche Gärten zu machen. Eine recht kritische Zeit, die Jahre nach dem Krieg bis zur Währungsreform. Die Lebensmittel waren äußerst knapp und rationalisiert. Jedes Stückchen Land wurde für die Bewirtschaftung ausgenutzt, um den schmalen Küchenzettel aufzufüllen. Das Leben pulsierte nicht richtig, Hunger war ein ständiger Begleiter in den damaligen Jahren.

1948 wurde die inflationäre Reichsmark durch die Deutsche Mark abgelöst. Mit der Stabilität dieser neuen Währung setzte zuerst langsam und später in rasantem Tempo der Wiederaufbau der Wirtschaft ein. Auch im Vereinsleben wurde ein neuer Pulsschlag spürbar. Es ging wieder bergauf.

Immer mehr Interessierte ließen sich in die Bewerberlisten eintragen. Gut, dass unserem Verein in diesem Jahr die Binger’schen und die Koenen’schen Wiesengrundstücke zugesprochen wurden. Fünfzehn neue Gärten konnten errichtet und den Bewerbern übergeben werden.

Ein Jahr später wurde mit dem Wiederaufbau des im Krieg völlig zerstörten Vereinsheimes begonnen. Spontan hatte sich jedes Mitglied verpflichtet, aus dem riesigen Trümmerfeld unserer Stadt 100 verwertbare Steine für den Bau des Heimes zu beschaffen. Einige Monate später stand der Rohbau an der Stelle, an der einst der alte Bau gestanden hatte. Zum 35jährigen Jubiläum konnte das neue Haus eingeweiht und der Nutzung übergeben werden. Sicherlich war es kein Prachtbau und in der Innenausstattung fehlte einiges, jedoch für damalige Begriffe ein recht stattliches Gebäude, das bald Mittelpunkt des Vereinsgeschehens wurde.

Eine weitere Namensänderung erfolgte am 14. Januar 1951 in:

Gartenbauverein Krefeld-Inrath e.V. im Kreisverband Krefeld-Kempen der Gartenbauvereine e.V.

Auf der Jahreshauptversammlung am 13. Januar 1952 legt Peter Müllers, der über zwei Jahrzehnte den Verein geleitet und in den frühen Jahren des Aufbaues und des späteren Wiederaufbaues nach dem Krieg beachtliche Leistungen für das Kleingartenwesen im allgemeinen und für unseren Verein im besonderen erbracht hat, sein Amt nieder. Wegen seiner großen Verdienste um den Verein wird er durch den Mitgliederbeschluss zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Gerd Kempkens übernimmt nun für acht Jahre das Steuer aus Peter Müllers Hand. Für ihn galt es, die auch in unserem Verein spürbare Hektik der Nachkriegsjahre mit ihrem rasanten Wiederaufbau zu zügeln und in ruhigere Bahnen zu lenken und das hier und da allzu ungestüme Vorwärtsdrängen auf ein vernünftiges Maß zu bringen. Am 17. Januar 1960, kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben, gibt Gerd Kempkens sein Amt auf. Ihm sei an dieser Stelle für seine gute Arbeit und seine Aufgeschlossenheit zu allen kleingärtnerischen Dingen herzlich gedankt.

Der neue Mann an der Vereinsspitze hieß Ernst Brockhaus – ein guter Griff – wie sich bald herausstellte. Es begann ein Jahrzehnt starker Aktivitäten unter gleichzeitiger Konsolidierung des inneren Bereiches. Vorstandsarbeit und Gemeinschaftsleben wurden gefestigt, noch Außenstehende aktiviert. 1961 wurden diese Aktivitäten jäh unterbrochen. Am 12. Juli wurden durch die Stadt Krefeld dreizehn Gärten (der Bereich des heutigen Schulsportplatzes) unter Duldung vorläufiger weiterer Bewirtschaftung gekündigt. Die Krefelder Presse berichtete von „Schwarzen Fahnen beim Gartenbauverein Inrath“. Kein Wunder – die Inhaber dieser Gärten waren z. T. alte und älteste Mitglieder, teilweise noch aus der Pionierzeit unseres Vereines. Viele gaben auf, da ein Neuanfang für sie nicht mehr lohnte. 1963 mußten die gekündigten Gärten dann endgültig geräumt werden.

Nicht zuletzt Dank der ständigen Bemühungen und der zähen Verhandlungen des Vereinsvorsitzenden Ernst Brockhaus, stellte die Stadt Krefeld, nördlich an das bestehende Gelände, anschließend Ersatzgelände zur Verfügung und schaffte hier 40 neue Gärten. Steinlauben, etwas uniform, aber immerhin ansehnlich, wurden aufgestellt und Erstpflanzungen von Obstgehölzen vorgenommen. Gleichzeitig wurde die Übernahme der Lauben durch die Gewährung von langfristigen Darlehen erleichtert. Schnell waren die Gärten vergeben und reges Leben setzte in diesem Geländeteil ein.

1963 löste sich unser Verein aus dem Kreisverband und schließt sich bei gleichzeitiger Annahme neuer Satzungen dem Stadtverband Krefeld der Kleingärtner e.V. an, zu dem von Anbeginn bis auf den heutigen Tag ein überaus gutes Verhältnis besteht.

In den Jahren 1965/66 wurde, überwiegend in Gemeinschaftsarbeit, unser Düngemittel- und Gerätehaus erbaut – eine überaus nützliche und wertvolle Einrichtung. 1966 konnte der Verein auf 50 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Ein halbes Jahrhundert turbulenter und wechselvoller Vereinsgeschichte waren Anlass genug, das Jubiläum entsprechend zu begehen.

In „Haus Blumenthal“ wurde eine zünftige Geburtstagsparty veranstaltet. Die Fakten und Daten der fünf Jahrzehnte Vereinsgeschichte wurden in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen und in einer Chronik festgehalten.

1968. Die Stadt Krefeld ist erfreulicherweise um weiteren Ausbau unseres Geländes bemüht und verpachtet uns, nördlich an das bestehende Gelände, anschließend einen größeren Geländestreifen. Hier entstehen schnell ca. 40 schmucke Gärten mit wunderschönen Holzlauben verschiedener Typen, die das Gesamtbild harmonisch ergänzen und gleichzeitig auflockern. In den Folgejahren werden einzelne ältere Geländeteile saniert und in der Weise neu parzelliert, dass auch sie sich der Gesamtanlage anpassen.

Erfreulich, dass sich in dieser Zeit verstärkt auch jüngere Familien für einen Garten interessieren, wobei der Garten als Freizeitgestaltung immer mehr in den Vordergrund rückt.

1973. In der Jahreshauptversammlung am 18. Februar legt Ernst Brockhaus, der fast eineinhalb Jahrzehnte den Verein mit Bravour leitete, sein Amt in die Hände eines der jungen Leute. Durch ein begeistertes und einstimmiges Votum der Versammlung wurde Ernst Brockhaus für seine Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der neue Vorsitzende heißt Karl-Heinz Etzler, der schon ein Jahr das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden innehatte und aus dieser Tätigkeit die Belange des Vereines genau kannte. Neben unzähligen internen Verbesserungen – als Beispiel seien nur der Anschluss aller Gärten an das öffentliche Wassernetz, der Einbau einer modernen Heizungsanlage in unser Vereinsheim und die Holzvertäfelung desselben genannt – lag das Schwergewicht seiner Arbeit und der seines Teams im externen Bereich, der Öffnung nach außen, der Kontaktsuche und -pflege und damit der Besserung des Vereinsimages.

Zusammen mit der Pfarre St. Elisabeth und fast allen Inrather Vereinen wurde erstmals mit dem Inrather Kinderfest eine Veranstaltung über die Vereinsgrenze hinaus durchgeführt. Dieser Kontakt zu den übrigen Vereinen am Inrath wird sich in den kommenden Jahren im Interesse aller Inrather Bürger noch intensivieren.

Karl-Heinz Etzler legte sein Amt auf der Jahreshauptversammlung am 25.01.1976 aus beruflichen Gründen nieder.

Peter Kessler übernimmt nun das Amt des Vereinsvorsitzenden. Jedoch schon nach kurzer Zeit zwingen ihn familiäre Interessen zur Aufgabe.

Der neue Vorsitzende heißt Ulrich Vogel, auch er kein Neuling in der Vereinsarbeit.. Es folgt nun eine Zeit ruhiger und solider Vereinsführung . Das bisher Erreichte will konsolidiert und auch Neues in Angriff genommen werden. Neben seiner Vereinstätigkeit engagiert sich Ulrich Vogel auf verschiedenen Positionen im Stadtverband Krefeld der Kleingärtner e.V. – und das bis zum heutigen Tag. Dank sei ihm auch dafür gesagt.

1979 wird Werner Hoyer Vereinsvorsitzender. Hauptsächlich in seine Amtszeit kommt aus den Reihen vieler jüngerer und fortschrittlich denkender Mitglieder die Forderung, unser Gelände mit Strom zu versorgen. Ein kleiner Trupp Unentwegter gibt sich alle Mühe, die Verstromung vorzubereiten – vorerst noch vergeblich. Die Zeit war offensichtlich noch nicht reif dafür.

Zunehmend schwieriger wird es, Gartenfreunde zu finden, die geeignet und willens sind, Vorstandsarbeit zu übernehmen. Ein Phänomen, das bis heute zu beobachten ist.

1983 kann Werner Hoyer sein Amt an Jürgen Dorschfeld übergeben. Die kommenden Jahre sind geprägt von intensiver Arbeit im internen Bereich. Die Tradition gut organisierter Gartenfeste setzt sich fort. Der vor einigen Jahren gescheiterte Anschluss aller Gärten an das Stromnetz kann 1989 doch noch realisiert werden – ein Stück Fortschritt ist in unser Gelände eingezogen.

1992 – auf der Jahreshauptversammlung am 26. Januar, legt Jürgen Dorschfeld sein Amt nieder.

Uwe Goertz wird neuer Vorsitzender. In seine Amtszeit fallen u.a. die Befestigung des Weges zum Vereinsheim, der Einbau von Wasseruhren in den einzelnen Gärten und die damit verbundene korrekte Verbrauchsabrechnung sowie die Fortsetzung der Sanierung im Altgelände.

Auf der Jahreshauptversammlung am 21.01.1996 wurde der Versammlung ein neues Vereinswappen vorgestellt, mit allgemeiner Zustimmung wurde auch der Umbau der Theke zur Kenntnis genommen. Im August des gleichen Jahres konnte dann das 80-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden.

Die Veranstalter hatten sich große Mühe gegeben, um dieses Jubiläum zu einem Top-Ereignis werden zu lassen. Leider war der Veranstaltung nicht der Erfolg beschieden, den die Verantwortlichen sich erhofft hatten. Die Kritik entzündete sich vor allem an den – nach Meinung vieler- zu hohen Kosten für diese Veranstaltung.

Nicht zuletzt dadurch legte Uwe Görtz sein Amt nieder und Ulrich Vogel wurde erneut zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Ihm oblag es zunächst, die im Verein entstandene Unruhe durch eine ruhige Vereins- und Kassenführung zu beseitigen, was nach und nach auch gelang.

Die immer komplizierter und umfangreicher werdenden Arbeiten bei der Vereinsführung machten es erforderlich, im Vereinsgeschäftszimmer einen leistungsstarken Computer mit Tintenstrahldrucker und geeigneter Software zu installieren. Der Verein konnte dabei glücklicherweise auf die Erfahrungen des neu gewählten Beisitzers Darius Golus zurückgreifen, der in dieser Funktion dem Verein auch weiterhin zur Verfügung steht.

Der nach der Wiedervereinigung und den Ereignissen im ehemaligen Ostblock erfolgte Zustrom von Neubürgern aus diesen Gebieten ist auch in unserem Verein spürbar geworden.

Gartenneubewerber rekrutieren sich in zunehmenden Maß aus dieser Bevölkerungsschicht.

Auch andere Gartenbauvereine stellen diese Entwicklung fest. Wir freuen uns, dass wir mit diesen neuen Gartenfreunden, die zudem meist auch noch jünger sind, unseren Teil zur Integration beitragen können und wünschen uns für die Zukunft, dass sie auch durch ein stärkeres Engagement zu einem belebenden Element in unserem Verein werden mögen.

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